SM Stammstisch Bremen

Liebe Interessentin, lieber Interessent, schön, dass du am Bremer SM-Stammtisch teilnehmen möchtest. Bevor wir dich in unsere SZ-Stammtisch-Gruppe aufnehmen, würden wir dich gerne persönlich kennenlernen.

Wir treffen uns immer jeden 2. und 4. Freitag im Monat, ab 20.00 Uhr, in einem Café/Restaurant in der östlichen Vorstadt (Viertel). Für neue Besucher bieten wir an, dass ein oder zwei Personen aus der Stammtischleitung sich schon eine halbe Stunde vorher mit Interessenten treffen. Das ist kein "muss", erleichtert für viele aber "das erste Mal". Wenn du am Stammtisch teilnehmen möchtest, kontaktiere uns doch bitte über Email. Und bitte nicht im Fetischoutfit erscheinen, es handelt sich um eine „normale“ Lokation.

sirena(at)web.de oder mail.to.c(at)gmx.de

Wir freuen uns auf dich, bis bald.

Die Stammtisch-Crew

Fotos

SM Stammtisch Bremen

Wann?

Jeden 2. und 4. Freitag im Monat ab 20 Uhr

Wo?

Kneipe im Viertel, Bremen

Teilnehmen?

Auf Anfrage per eMail

sirena(at)web.de oder mail.to.c(at)gmx.de

SM, eine Kurzdefinition.

"Sadomasochismus" ist ein Überbegriff für eine Vielzahl verschiedener Vorlieben und sexueller Neigungen, die alle auf eine individuelle, erotische Art und Weise von Macht und Ohnmacht, Schmerz und Hingabe handeln. Zu diesem Sammelsurium gehören z.B. Fesselspiele ("Bondage"), Schlagspiele ("Flagellation") und Rollenspiele.

Was genau den Sadomasochismus beschreibt, ist nicht klar definiert. Sadomasochisten selbst sprechen von "safe, sane, and consensual" (sicher, mit gesundem Menschenverstand, freiwillig) . Der US-Wissenschaftler Weinberg spricht von "erotic, recreational, and consensual" (erotisch, zur Erholung, einvernehmlich). Der wichtigste Punkt ist bei beiden die unbedingte Einvernehmlichkeit ("Konsensualität") aller Teilnehmer. Diese Freiwilligkeit ist die goldene Regel des Sadomasochismus.

Sadomasochismus statt Sadismus und Masochismus.

Mit "Sadomasochisten" ist eine Gruppe sexuell aktiver Menschen gemeint, die psychisch unauffällig sind, nicht zu Gewalttätigkeiten neigen und ihre Spiele unter dem Gebot der absoluten Freiwilligkeit stellen. "Sadismus" und "Masochismus" sind eigentlich Diagnosen aus der Medizin. Die Ähnlichkeit der Begriffe ist natürlich unglücklich und missverständlich, jedoch historisch bedingt. Die Begriffe "Sadismus" und "Masochismus" prägte der deutsche Psychiater Richard von Krafft-Ebing um 1886. Er definierte anhand von Fallstudien aus der Psychatrie in seinem Werk "Psychopathia sexualis" zum ersten Mal diese "Perversionen". Sein Buch gilt inzwischen als Negativbeispiel, wie man Wissenschaft nicht betreiben sollte. Krafft-Ebings Wortschöpfungen überlebten aber lang genug, um von Sigmund Freud übernommen zu werden. Somit gelangten sie in den Sprachschatz der Psychatrie, wo sie bis heute verankert sind.

Sadomasochisten nehmen Rollen ein.

Sadomasochisten nehmen eine Rollen an, bzw. sie wechseln ("switchen") die Rollen je nach Lust und Laune. Viele Sadomasochisten switchen mehr oder weniger häufig während des „Spiels“. Schon deswegen sind Versuche, diese Menschen wie bei den klinischen Fällen in "Sadisten" und "Masochisten" einzuteilen, nicht möglich. Wie man jetzt die eine oder andere Rolle benennt, ist von Gruppe zu Gruppe verschieden: einige reden von "devot" und "dominant", andere von "aktiven" und "passiven" Partnern. Wir reden häufig von "Top" und "Bottom" bzw. "Dom" und "Sub" (engl. dominance and submission).

In der Subkultur spricht man häufig vom "Spiel" oder einer "Session". Damit ist gemeint, dass das einvernehmlich vereinbarte Machtgefälle augenblicklich neben dem Alltag gelebt werden kann. Das Wort "Spiel" zeigt zudem klar die Abgrenzung zu "echter" Gewalt.

Nur während eines Spiels erhält der Top Macht über den Bottom, weil sie ihm vom Bottom übertragen wird. Ansonsten sind beide gleichberechtigt. Im Alltag gehen wir nicht anders miteinander um als andere Menschen auch. Ein Spiel kann von dem Top oder Bottom durch ein spezielles Codewort (das "Safeword") abgebrochen werden. Das ist nicht nur eine Vorsichtsmaßnahme für Notfälle, sondern auch eine Garantie bzgl. der Einvernehmlichkeit. Im deutschsprachigen Raum wird als Safeword oft "rot" benutzt bzw. Mayday. Ursprünglich stammt dieses Wort von dem französischen „M'aidez!“ (deutsch: „Helft Mir!“).

Grenze zwischen SM und "gewöhnlichem" Sex.

Sollte es eine Grenze geben, dann ist sie nicht klar greifbar. Mit einer anderen Betrachtungsweise kann fast jede Form von Sex eine SM-Komponente haben, und sei es nur, dass einer der Partner oben liegt und der andere unten. Kratzer auf dem Rücken oder Bisse könnten ebenso als SM gelten, aber kaum jemand würde das so benennen.

Die Legalität von SM-Praktiken.

In der BRD werden sadomasochistische Praktiken durch § 226a StGB (Körperverletzung mit Einwilligung) legalisiert. Unter diesen Paragraph fallen auch ärztliche Eingriffe. Dass einvernehmliche SM-Praktiken zwischen Partnern nicht gegen den Zusatz der "guten Sitten" verstößt, ist in Urteilen beschlossen und theoretisch begründet worden.

Nichtkommerzielle-SM-Gruppen.

Die nichtkommerzielle Subkultur reicht von Stammtischen in Kneipen bis hin zu amtlich eingetragenen Vereinen ("e.V.'s") mit eigenen Büros, die nicht viel anders aufgebaut sind als zum Beispiel ein Taubenzuchtverein. Alles ziemlich unspektakulär. Wer subversive Treffen in finsteren Gewölben erwartet, den müssen wir leider enttäuschen.